Blasenentzündung – Klappe die Erste

Es gibt nichts, was einem ein so elendiges Gefühl verpasst, wie eine Blasenentzündung. Ich persönlich schlage mich mit diesem blöden Miststück herum, seitdem ich 17 Jahre alt bin und im Moment liege ICH oben … was aber erfahrungsgemäß nicht heißt, dass die Blasenentzündung nicht innerhalb von kürzester Zeit einen Stellungswechsel einläutet.
Es könnte daran liegen, dass das Liebesleben mit meinem Mann zur Zeit (vielleicht Jahreszeitenbedingt?) nicht gerade in der Hochphase ist. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich aktuell mit diversen (!) Tricks einfach das bessere Blatt auf der Hand halte.
An alle, die sich meist nur an kalten Wintertagen eine Blasenentzündung holen: kauft Euch Kaschmir-Schlüpper und haltet das Popöchen und die Füße warm.

Alle, die der Gleichung folgen Vögeln = Blasenentzündung: Mir nach! Verzeiht mir bitte meine direkte Art, aber um den Brei herum reden können wir ja auch mit unserem Hausarzt, Urologen und Gynäkologen.

Zur Vorgeschichte: Bei mir geben sich die Bakterien die Klinke in die Hand. Das Drama verläuft in der Regel ungefähr so: Ich vernachlässige eine meiner gefühlten 10 Präventiv-Maßnahmen, und das ganze endet ziemlich schnell in einer Blasenentzündung – und zwar eine, die mit Heumanns Nieren- und Blasentee und einer ganzen LKW-Ladung Cranberries nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Es folgt zwangsläufig Antibiotikum und die Gefahr ist schnell gebannt. ABER nicht für lange. Denn damit beginnt meistens ein nicht enden wollender Teufelskreis, in dem  die E-Coli Bakterien in meiner Blase eine Party schmeissen und ich die ungebetenen Gäste nur schwer rausschmeissen kann. Denn Antibiose macht zwar die Bakterien platt, aber auch vieles andere. Damit ist die Immunabwehr geschwächt und die nächste Blasenentzündung nicht weit.

Von welchen Blasenentzündungen reden wir? Von den blutigen. Die Dinger, wo Pippi mit der Farbe gelb nichts mehr zu tun hat, sondern eher aussieht wie Kirschsaft und Du schlimmstenfalls die Windeln Deiner Tochter umschnallen musst, weil gar nichts mehr geht. Und wer das auch nur einmal mitgemacht hat, lacht nicht mehr über die folgende detailverliebte Ausführung von zunächst banal erscheinenden Dingen:

Hier sind die TOP 5 (und zwar in der Reihenfolge):

Regel no. 1:
Wenn “worst case scenario” eingetroffen ist, und ihr aus der oben beschriebenen Endlosschleife nicht mehr rauskommt, hilft nur sexuelle Abstinenz. Da muss man halt mal ein bisschen kreativ werden, denn es gibt ja auch andere Möglichkeiten. Der Coitus ist jedenfalls für die nächsten 6 Wochen interruptus. Wenn ihr wieder einsteigt, lasst es langsam angehen. Und damit meine ich nicht nur die Slow Nummer, sondern auch mal zwischendurch ein bis zwei Tage Pause einlegen. Selbstredend steht die Reise von hinten und das Durchtauschen von unten liegenden Körperöffnungen – am besten noch erst hinten dann vorne (für die Liebhaber unter uns) persé auf der ganz dunkelroten Liste. Und wo wir schonmal in der Ecke sind: Auf’m Klöchen immer schon von vorne nach hinten wischen und nicht umgekehrt.

Regel no. 2:
Auch wenn die letzte Dusche nur wenige Stunden her ist: erst frisch machen im Schritt, bevor ihr Euch dem Kardinal vorstellt. Ich empfehle die SAGELLA Waschlotion (antimykotisch und antibakteriell, auf der Basis von Thymian und Salbei). Nach dem Hüttenzauber kann eine weitere Dusche nicht schaden. Für den Mann gilt natürlich nur vorher, denn der schläft meistens schon tief und fest, wenn ihr mit der postsexuellen Versorgung durch seid.

Regel no. 3:
Nach dem Sex auf das chillen verzichten und flott auf die Toilette. Ihr solltet zusehen, dass ihr die Blase vor dem Sex nicht im Leerlauf stehen habt. Sonst habt Ihr nicht genug Druck auf Linie um alle Keime ausszuspülen. Genau genommen heißt das, immer mit voller Blase dem großen Gebieter gegenübertreten.
Heißt im Klartext auch, jeden Abend, bevor man ins Bett geht, kurz überlegen, wie wohl der Abend ausgeht. (Eine ähnliche Problematik haben vielleicht Männer mit Erektionsstörungen: „Schluck ich jetzt die blaue Pille oder nicht…?“) In meinem Fall heisst das: „Schatz wie sieht’s aus, wollen wir heute noch, oder nicht? …weil sonst geh ich schonmal auf’s Klo…“ Gibt es dafür eine andere Lösung? Leider nein.

Regel n0. 4:
Eine kleine Menge Bepanthen oder Panthenol-Creme, hauptsache schön fetthaltig, in die Harnröhre kleistern. Und ich sag Euch jetzt auch warum: eine Blasenentzündung entsteht in den meisten Fällen, weil umliegende Bakterien (meist E-Coli) durch die Penetration in die Harnröhre gelangen. Da diese bei uns Mädels nur ca. 4cm lang ist (verglichen mit der ca- 20 cm langen Harnröhre des Mannes) haben die Bakterien keinen langen Weg zum “Partyraum“. Wenn jetzt aber der Eingang mit Bepanthen versperrt ist, können die Bakterien nicht mehr so gut andocken bzw. hochkraxeln, weil sie schlicht und einfach abrutschen.
Spätestens jetzt denkt ihr wahrscheinlich, ich hab sie nicht mehr alle. Ich bin mir sicher, dass es vielen Mädels so ergeht wie mir. Und die haben sich wahrscheinlich schon so einiges reingeschmiert.

Regel no. 5:
Bereits zwei Ärzte haben mir in der letzten Hochphase von 5 Blasenentzündungen in gefühlt 7 Wochen empfohlen, „die Harnröhre mit Vagisan Feuchtcreme nach dem Verkehr auszustreichen“ Äh… wie meinen? Da habe selbst ich – die ja wirklich unerschrocken ist, was das Battle gegen meinen langjährigen Erzfeind angeht – mal doof aus der Wäsche geguckt. „Sie können die Harnröhre ja fühlen…“ – Jetzt mal ehrlich Freunde, könnt ihr Eure Harnröhre fühlen? Also ich kann viel fühlen, aber die jedenfalls nicht. Nichts destotrotz habe ich eine ungefähre Ahnung, wo die Leitung lang läuft, und in meiner Angst habe ich in ganz schlimmen Phasen auch diesen „Trick“ angewandt. Ob das wirklich etwas bringt, kann ich nicht sagen. Ich wollte Euch diese „neue Erkenntnis“ jedenfalls nicht vorenthalten.
Erklärung: die Harnröhre hat rechts und links kleine Ausbuchtungen, in denen sich die Bakterien gerne sammeln. Um denen den Gar auszumachen, soll man die Harnröhre von hinten nach vorne ausstreichen. Noch dazu hat Vagisan Creme reichlich Milchsäure und sauer mögen Bakterien überhaupt nicht. Ich finde diese Übung schwierig, aber vielleicht habt ihr ja mehr Glück 🙂

Alles oben erwähnte, basiert auf jahrelanger Erfahrung mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Ich habe bestimmt 20 verschiedene Ärzte besucht, etliche Untersuchungen hinter mich gebracht. Fast 90 Prozent meiner Trickkiste aber habe ich aufgrund von Internetrecherchen. Sämtliche Foren Gleichgesinnter quer gelesen. Berichte von vielen Frauen, die dieses Schicksal mit mir teilen und glaubt mir, das sind viele.

Selbstverständlich ist das noch lange nicht alles. Es gibt auch noch eine ganze Menge Präparate, die man oral einwerfen kann.
Bitte schreibt mir, wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, oder vielleicht noch einen ultimativen Trick auf Lager…
So long, Teil 2 in den nächsten Tagen.

blase_illustration

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